Karriere

Voller Einsatz: Flugbegleiter Dominik (rechts) und sein Kollege (Foto: ralfruehmeier.de)
Voller Einsatz: Flugbegleiter Dominik (rechts) und sein Kollege (Foto: ralfruehmeier.de)
Kollegen-Ausflug ins New Yorker Nachtleben (Foto: ralfruehmeier.de)
Gleich geht's los: Flugbegleiter Dominik im Frankfurter Lufthansa-Zentrum (Foto: ralfruehmeier.de)
Bei den Kolleginnen beliebt: Flugbegleiter Dominik (Foto: ralfruehmeier.de)
Dominik, Gary und Kapitän Christof auf dem Frankfurter Rollfeld (Foto: ralfruehmeier.de)
Morgensport trotz Jetlag: Dominik und Gary beim Joggen über die Brooklyn Bridge (Foto: ralfruehmeier.de)
Dominik und Gary auf Sightseen-Tour durch New York (Foto: ralfruehmeier.de)
Shoppen kann so schön sein (Foto: ralfruehmeier.de)

15:20 Uhr

Während sich die Passagiere am Check-in-Schalter einfinden, durch die Sicherheitskontrolle müssen und sich zum Abflugsteig begeben, lernt sich die Crew des Fluges LH 404 gerade zum ersten Mal kennen. In einem 20 Quadratmeter großen Konferenzraum im Lufthansa-Zentrum in Frankfurt kommt sie zum ersten Mal zusammen.

Bei der Lufthansa herrscht eine promiske Personalpolitik: Jeder fliegt mal mit jedem. Im Service des Fluges der Boeing 747 nach New York arbeiten insgesamt 15 Flugbegleiter, fünf davon Männer, vier davon schwul, einer davon der 30-jährige Dominik. „Vor zehn Jahren waren noch kaum männliche heterosexuelle Kollegen an Bord. Mittlerweile werden es immer mehr.“ Heterosexuell sind auch Kapitän Christof und sein Copilot.

Sosehr der Servicebereich klassischerweise die Domäne der Schwulen ist, so gilt umgekehrt, dass vorne im Cockpit meistens Heten sitzen. „Aber auch das ändert sich, und mehr und mehr Kapitäne haben ihr Coming-out“, so Dominik. Beim Meeting werden Einreise- und Sicherheitsbestimmungen abgefragt, es geht um „soft facts“ – also die Frage: Wie macht man Service, und wer macht was? Purser Gary (44), ebenfalls schwul, leitet das Team. Es herrscht ausgelassene Stimmung.

Auch die zehn weiblichen Flugbegleiterinnen schätzen den charmanten Umgangston ihrer schwulen Kollegen. „Schwulsein bei Lufthansa und dann speziell in diesem Beruf ist kein Thema“, sagt Dominik.

15:50 Uhr

Die Sitzung ist vorbei, es kann losgehen. Alle greifen nach ihren kleinen Rollkoffern und ziehen davon. Das Crew-Gepäck wird getrennt vom Passagiergepäck eingecheckt, weil es auf keinen Fall verloren gehen darf. Schließlich muss auch beim Rückflug die Uniform tadellos aussehen. Ein frisches Hemd gehört da dazu.

16:10 Uhr

Die Crew betritt den noch leeren Flieger, um die letzten Vorbereitungen zu treffen: Dazu gehören der Check des Notfall-Equipments und die Übernahme des Essens durch die Catering-Firma. Die Maschine ist jetzt klar für den Einsatz. Ein letzter Blick in den Spiegel, bevor es losgeht. Damit Dominik nach vier bis sechs Stunden noch genauso frisch aussieht wie am Anfang, gehören neben „Disziplin“ und „innerer Einstellung“ auch sein persönliches Survival-Kit dazu: Zahnbürste, Haarspray, Augentropfen.

16:35 Uhr

Für die Passagiere beginnt das Boarding. In der Business Class gibt es zur Begrüßung Saft oder Sekt. In der First Class werden alle mit einer roten Rose am Platz empfangen. Dominik lächelt freundlich, wenn er die Gäste bedient. Er hat eine verbindliche Art im Umgang, bei der man sich sofort wohlfühlt.

16:55 Uhr

„Cabin Attendance: All doors in flight“ – das Kommando von Purser Gary bedeutet für alle Flugbegleiter und Passagiere, dass die Maschine in wenigen Minuten zur Startbahn rollt. Auch alle Crew-Mitglieder sitzen jetzt angeschnallt auf ihren „Jump-Seats“ genannten Spezialsitzen. Pünktlich um 17 Uhr hebt der Jumbo vom Frankfurter Flughafen Rhein-Main Richtung New York ab.

17:25 Uhr

Für die Crew beginnt der Service: Cocktails, alkoholfreie Getränke und Snacks für alle Klassen, dann das Mittagessen – in der Economy Class „Beef“ oder „Chicken“, in der Business Class eine Menüauswahl von Promi-Koch Heinz Winkler samt ausgesuchten Weinen. Für die Flugbegleiter ist dies der anstrengendste Teil ihrer Arbeit. Restaurant- und Kuchenservice auf engstem Raum, dazu Extrawünsche von Passagieren und die ein oder andere Turbulenz, die das Balancieren mit Tabletts, Flaschen und Kaffeetassen erschwert.

18:25 Uhr, Ortszeit

Mittlerweile ist Flug LH 404 seit über sieben Stunden in der Luft, doch New York ist der deutschen Zeit sechs Stunden voraus. Bald beginnt der Landeanflug auf den Big Apple. Dominik fällt das Lächeln inzwischen etwas schwerer, doch das merkt nur, wer ihn genau beobachtet. „Es ist körperlich sehr anstrengend. Vor zehn Jahren fiel es mir noch etwas leichter.“ Noch einmal kontrolliert das Team die Anschnallgurte und achtet darauf, dass alle elektronischen Geräte der Passagiere ausgeschaltet sind. „Cabin Attendance: Prepare for landing.“ Noch zwei Minuten bis zur Landung.

19:30 Uhr

Kapitän Christof hat die Maschine etwas früher als erwartet sanft auf die Landebahn des John-F.-Kennedy- Airports gesetzt und ans Gate gebracht. Nachdem die letzten Passagiere von Bord sind, kann auch die Crew die Boeing 747 verlassen. An der Schlange vor den Einwanderungsschaltern überholen Dominik und seine Kollegen nun die meisten Passagiere. Flugbegleiter haben den Vorteil, über einen Sonderschalter abgefertigt zu werden.

21:00 Uhr

Ein Bus bringt die Besatzung ins Hotel. New York ist eines von Dominiks liebsten Zielen. Hier ist er jeden Monat einmal, inklusive Layover, also mit Übernachtung. Im Hotelzimmer angekommen, heißt es Uniform ausziehen und duschen. „Wenn die hier mit der Party loslegen, bin ich meistens tot.“ Doch diesmal ist Dominik mit dabei. Er geht mit seinen schwulen Kollegen Gary und Manuel in Chelseas Homobars. Ohne Uniform.

08:00 Uhr – Tag 2

Der Jetlag hat Dominik und Gary schon um 6 Uhr aufwachen lassen. Die beiden nutzen die Gunst der Stunde, um morgens von ihrem in Brooklyn gelegenen Hotel über die berühmte Brooklyn Bridge zu joggen. Für ein paar Stunden haben sie Zeit, all die Dinge zu tun, die man auch als Tourist unternehmen könnte: shoppen bei Abercrombie & Fitch, auf dem Dach des Rockefeller Center die New Yorker Skyline genießen und mittags im Meatpacking District bei „Pastis“, wo sich die Sex-in-the-City-Girls immer zum Brunch trafen, einen Burger mit Pommes bestellen.

14:30 Uhr

Jetzt ist es Zeit, ins Hotel zurückzukehren für einen kurzen Nachmittagsschlaf. In wenigen Stunden heißt es für Dominik wieder „Antreten zum Dienst“, denn um 21:40 Uhr startet Flug LH 405 Richtung Frankfurt am Main.

INFO

www.nycgo.com
Gute Tipps und einen vollen Terminkalender findet man auf der Homepage vom New Yorker Tourismusbüro.

Informationen über Jobs bei der Deutschen Lufthansa gibt es hier.

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